Freitag, 12. Dezember 2025
Lichter in Erwartung
Die Herrgottesfrühe und seine mächtige Dunkelheit empfangen sie freundlich und schützend. Sie entzündet 2 Lichter der Erwartung, gießt sich sprudelndes heißes Wasser auf duftendes Kaffeepulver, setzt sich mit wollenem Plaid auf die Bank, zieht die Knie hoch.

Sie blickt zurück auf die letzten Monde, der Wolf ließ sie allein, ohne ein Wort, keine Nachricht, kein Blick, nichts. Einmal, überraschend, ein kleines Briefchen, mit der Frage nach ihrem Herzen, mit jovialer Versicherung, ihm ginge es gut, sonst: nichts.
Und genau so steht er in ihrer Tür. Noch bevor er und sie denken können, liegen sie zusammen, ohne Worte oder gar Fragen, er küsst sie und küsst sie und hört nicht auf, sie zu küssen, manchmal drängt sich ein atemloser halber Satz zwischen ihre Lippen, der nicht viel Sinn ergibt, genau wie die Entgegnung. Später gesteht er seinen Plan, ihr nur den von ihr ersehnten Blick zu schenken und sofort wieder zu verschwinden, wundert sich aber nicht über sein Scheitern.

Sie erkennt seinen Geruch, findet sich ein in seiner Umarmung, beruhigt sich sofort, gleitet an seine Seite, selbstverständlich, leicht, wie gewohnt.
Wird er wieder kommen? Er antwortet ihr sicher, schlicht, geradeheraus.

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