Dienstag, 21. November 2017
kein entsetzlicher Schmerz
Ein klitzekleines bisschen gelingt ihr ein weiteres, schmerzhaftes Loslassen. Sich selbst lässt sie nicht los, wiegt sich sorgsam und tröstend, aber nicht schonend.

Sie sieht hin auf das, was ist, wendet den Blick nicht ab.

Langsam gewöhnt sie sich vielleicht an die Situation.

Sie schreibt und malt und ordnet das Relevante, und legt es bereit, falls er noch einmal kommt.
Auch tut sie das, um es weglegen zu können, verstauen, bewahren, abschließen.

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Montag, 20. November 2017
gut vorborgene Kostbarkeit
Sie verstummt. Sie spricht wenig, schreibt nichts mehr in ihr Tagebüchlein; nur ihre Gedanken perlen stetig durch ihren Gehirnbrunnen, wie Wassertropfen über eine ölige Oberfläche.

Es ist unsinnig. Sie weiß es, sie kommt sich lächerlich vor, sie schämt sich. Sie hat gelernt, zurechtzukommen, ihr Schmerz war angemessen unterdrückt, sie bestreitet ihr Leben erfolgreich. Sie hat ihn losgelassen, aus Überzeugung, mit den besten Gefühlen.

Ihre Liebe war nicht das klitzekleinste bisschen weniger geworden.

'Geduld', spricht sie sich beruhigend zu. Und antwortet sich gleich darauf selbst: 'Ich möchte nicht aufhören, ihn zu lieben'.

Sie willigt ein, billigt Standpunkt und Plan, verschließt sich fest und undurchdringlich gegen das Außen.

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Samstag, 18. November 2017
Schritt für Schritt
Geschäftig und behende geht sie ihren Plänen nach, auch an den Tagen, an denen sie ruhen kann. Sie kocht und backt, sammelt Geschenke für ihre Kinder, malt und stattet Besuche ab. Sie ist froh, allein zu sein und weiß, sie würde nur ihn in ihrer Nähe dulden.

Und ihre Gedanken sind oft bei ihm.

Sie schreibt ihm so oft es ihr gut tut und auch, wenn er nicht antwortet.

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