Mittwoch, 21. Februar 2018
Herz verdeckt und Antlitz verborgen
Es geht ihr viel besser. Er hat versucht, sich ihr zu nähern, glücklich, dass sie die Distanz aufgehoben hat.

Sie verschließt sich.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sterben lassen
Stunde um Stunde liegt sie in der Nacht auf dem durchtränkten Bettleinen. Am Abend denkt sie noch ans eigene Sterben, nicht als körperlichen Tod, sondern als Erlösung, als Ausweg, als Tor aus dem Elend. Und irgendwann liegt es vor ihr, das Nadelöhr, wie ein Geburtskanal, und sie sieht es:

Nicht sie muss sterben, viel schlimmer ist es: ihn muss sie sterben lassen. Er will es, er muss es, er hat es erzwungen, sie zwanghaft dahingetrieben, selbst ohne Alternative zu seinem Weg. Ihn muss sie sterben lassen. Alles Aufbegehren, jede Rebellion, ihre gesamte Ignoranz des Unausweichlichen hatten nichts genützt.

So quält sie sich hindurch, qetscht sich durch die Enge, ihn zurücklassend, loslassend, freigebend. Ein letzter Blick auf die schmerzende Wunde, die Schnittstelle zum leuchtenden Paradies, dessen Begründung im Leben selbst liegt.

Sie weiß, sie muss dankbar sein, auch für diese Erfahrung, sie weiß, dass diese Schmerzen der größere Schatz von Glück und Leid sind. Doch sie überlässt sich dem blutigen Meer, untergehend wie eine Meerjungfrau, verdammt zur Trennung von der Süße des Sterblichen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 20. Februar 2018
Betäubung
Welche Dummheit wohnt in ihr, dass sie das offensichtliche über Jahre nicht umsetzen kann?

Er liebt sie nicht, er liebte sie nie, er hat es gesagt, sie hat es nicht verstehen können.

Was war ihr Problem? Was hinderte sie, zu verstehen? War sie dumm? Das Ego zu groß? Wo ist der Fehler?

War sie dumm genug, sich übervorteilen zu lassen? Nachhaltig, vom Wolf im Schafspelz? War ihre Liebe echt? Hehr? Überaus dumm?

Möglicherweise versiegen die Tränen für den Moment. Sie nutzt den Augenblick zum Luftholen, rollt sich zusammen, lässt die Kontrolle los, das Bewusstsein schleicht sich davon.

... link (0 Kommentare)   ... comment


unerträgliche Schmerzen
Ein riesiger Dolch steckt in ihr drin, tief, stählern, unerbittlich. Verdammt zum Sterben stirbt sie einfach nicht.

Sie versteht einfach nicht, was geschieht und schon gar nicht, aus welchem Grund. Beißend frisst sich das Salz ihres Schmerzes in die empfindlichen Stellen um ihre Augen. Sie weint und weint und weint, intuitiv, später wird es davon besser werden?

Dankbar, das Amulett zu haben, legt sie es um. Gleichzeitig gebrochen und sicher auf dem richtigen Weg schließt sie die Hülle um sich wieder zu.

Ihm gegenüber verbirgt sie nichts.

Jahre, Jahre, Jahre.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 18. Februar 2018
Standpunkt
Heiße Tränen tropfen auf ihre Hände. Es gibt keinen Störfaktor, kein Unbill, kein Leid. Die Tränen tropfen weiter.

Leere Lippen, leeres Herz, leere Luft.

Frieden und Gänze umgeben sie sorgsam, sie rollt sich zusammen und schließt Augen und Herz.

... link (2 Kommentare)   ... comment